Danach ist immer zu viel

Danach ist immer zu viel

6. Semester bachelor

»Essen, als ob nicht jeder Akt der Einverleibung fremder Stoffe symbolisch kodiert und die Nahrungsaufnahme von Geburt an in ein Gefüge aus Wünschen und Bedürfnissen, Ängsten und Sorgen, Erwartungen und Enttäuschungen verstrickt wäre.«

Essen ist weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Es ist ein kultureller, emotionaler und sozialer Akt, der uns mit Ritualen, Erinnerungen und Symbolen verbindet. Doch was geschieht, wenn Essen zur Zuflucht wird, wenn die Grenzen zwischen Genuss und Betäubung verschwimmen?

»Danach ist immer zu viel« ist eine persönliche Auseinandersetzung mit der Essstörung Binge-Eating – einer Krankheit, die von exzessiven und unkontrollierten Essanfällen geprägt ist. Essen wird zur Antwort auf Erwartungen, Zweifel und Enttäuschungen. Zwischen Komik und tiefer Traurigkeit fängt die Serie die emotionalen und körperlichen Spuren ein, die die Binge-Eating-Störung hinterlässt und macht sichtbar, wie tiefgreifend und schmerzhaft die Wahrheit eines unkontrollierbaren Verhaltens sein kann. Ein Suchen nach Ursprung, Auslösern und Abgründen. Von der Verführung und der Wucht des Moments, von Überfluss und Leere, und von den Spuren, die diese Abgründe hinterlassen.

Telke Jungjohann




Bild 1
Bild 2
Bild 3
Bild 4
Bild 5
Bild 6
Bild 7
Bild 8
Bild 9

technische details

blende:

f/11


belichtungszeit:

1/50


iso:

1250


brennweite:

50 mm


gerätemarke:

canon


gerätemodell:

canon eos r5


licht:

dämmerung/anbruch der nacht, sommer


bedingungen:

im park, selbstauslöser


stativ:

ja


blitz:

ja, zwei blitzsysteme


technische details

blende:

f/16


belichtungszeit:

1/15


iso:

400


brennweite:

50 mm


gerätemarke:

canon


gerätemodell:

canon eos r5


licht:

dämmerung/anbruch der nacht, winter


bedingungen:

im wald, selbstauslöser


stativ:

ja


blitz:

ja, ein blitz


technische details

blende:

f/11


belichtungszeit:

1/100


iso:

200


brennweite:

35 mm


gerätemarke:

canon


gerätemodell:

canon eos r5


licht:

abendstunden, sommer


bedingungen:

innenraum mit hintergrund- stoff, selbstauslöser


stativ:

ja


blitz:

ja, ein blitz


technische details

blende:

f/16


belichtungszeit:

1/100


iso:

100


brennweite:

50 mm


gerätemarke:

canon


gerätemodell:

canon eos r5


licht:

abendstunden, sommer


bedingungen:

dämmerung/ anbruch der nacht, sommer


stativ:

nein


blitz:

ja, ein blitz


technische details

blende:

f/8


belichtungszeit:

1/125


iso:

100


brennweite:

50 mm


gerätemarke:

canon


gerätemodell:

canon eos r5


licht:

abends, sommer


bedingungen:

innenraum mit hintergrund- stoff, , selbstauslöser


stativ:

ja


blitz:

ja, ein blitz


technische details

blende:

f/7,1


belichtungszeit:

1/100


iso:

4000


brennweite:

50 mm


gerätemarke:

canon


gerätemodell:

canon eos r5


licht:

nachmittags, sommer


bedingungen:

innenraum mit wenig licht, , selbstauslöser


stativ:

ja


blitz:

ja, ein blitz


technische details

blende:

f/8


belichtungszeit:

1/60


iso:

200


brennweite:

50 mm


gerätemarke:

canon


gerätemodell:

canon eos r5


licht:

dämmerung/anbruch der nacht, sommer


bedingungen:

auf dem feld vor einem waldstück, selbstauslöser


stativ:

ja


blitz:

ja, ein blitz


technische details

fototechnik:

digital


blende:

f/10


belichtungszeit:

1/100


iso:

100


brennweite:

50 mm


gerätemarke:

canon


gerätemodell:

canon eos r5


licht:

nachmittags, sommer


bedingungen:

innenraum mit wenig licht


stativ:

nein


blitz:

ja, ein blitz


technische details

fototechnik:

digital


blende:

f/5,6


belichtungszeit:

1/80


iso:

400


brennweite:

50 mm


gerätemarke:

canon


gerätemodell:

canon eos r5


licht:

nachmittags, sommer


bedingungen:

innenraum mit hintergrund- stoff, selbstauslöser


stativ:

ja


blitz:

ja, ein blitz


bildkonzept

Der leuchtender Topf als Symbol für die Anziehung. Die Anziehung von Essen als Betroffene der Binge- Eating-Störung. Über den Sog, den diese mit sich bringt. Eine Inszenierung, die an das Bild von Gold am Ende des Regenbogens erinnert. Die Überblendung durch die Reflexion des Metalls – wie eine überirdische Kraft. Das Aufleuchten in der Dunkelheit.

bildkonzept

Ein Bildnis eines Werwolfs, eines tollwütigen Hundes? Ich bin im Wald. In der Dunkelheit. Das Brausepulver in meinem Mund schäumt auf. Der Blitz vor dem Geäst wirft einen Schatten vor meinem Auge. Der Selbstauslöser als wichtigstes Mittel. Die Ästhetik des Blitzens, um ein „Ertappt-Gefühl“ zu schaffen – Beleuchten und Entlarven von Momenten, die sonst heimlich im Stillen passieren. Intensiver Blick und filmische Atmosphäre.

bildkonzept

Eine Inszenierung. Das Verdecken der Augen als Symbol für den Tunnelblick – kurz vor dem Essanfall und dem Rausch. Die kleinen Schweinchen versperren die Sicht. Kein Raum für klare Gedanken. Essen wird zum Hindernis. Komik als wichtiges Tool, um etwas Leichtigkeit in die Schwere des Themas zu bringen – Betrachter*innen den Zugang erleichtern.

bildkonzept

In der Dunkelheit des Walde hängt das Cordon-Bleue. Wie eine Falle für ein streunendes Wald-Tierchen drapiert. Lebensmittel, losgelöst vom alltäglichen Umfeld. Dunkelheit und das Draußen spielen eine große Rolle – das Erzeugen einer düsteren Gefühlswelt, die mit der Essstörung einher geht.

bildkonzept

Ein Lebensmittel, wie der Angriff eines Parasits. Der neutrale Hintergrund aus grünem Stoff und die neutrale Kleidung als Mittel, um die roten Schnüre in den Fokus zu setzen. Bei jedem Selbstportrait dieser Serie hatte das Loslösen von konkreten Orten Bestand. Inszenierungen, die durch Beleuchtung und Reduzierung der Umgebung etwas bühnenhaftes erhalten. Ein zur Schau stellen. Spotlight auf die Szene.

bildkonzept

Das Bild »Auf Kartoffeln gehen« ist ein Symbolbild für die Schwierigkeit eines Essverhaltens im gesunden Gleichgewicht. Essen als Kompensation für negative Gefühle. Essen als Droge – eine Droge, die überlebensnotwendig ist und nicht gänzlich aus dem Leben gestrichen werden kann.

bildkonzept

Vor einem Wald in der Dunkelheit regnet es Haferflocken auf mich herunter. Nichts, was ich dagegen tun kann. Wie das Wetter. Apokalyptische Stimmung. Dieses Bild hat viele Versuche und viele Haferflocken gebraucht und am Ende ist es durch die Bewegung und den Selbstauslöser eine Überraschung, was heraus kommt. Eine Selbstbetrachtung. Die Arbeitsweise zieht Parallelen zwischen dem Prozess des Fotografierens und der Isolation während der Essanfälle. Alles passiert im Stillen, im Dunklen, allein.

bildkonzept

Das Toastbrot sitzt in der Falle, es wurde gefangen. Kein Ausweg mehr. Das Lebensmittel als Sinnbild für das Gefühl der Ausweglosigkeit. Hell erleuchtet, fast grell. Übermächtig.

bildkonzept

Diese Selbstinszenierung ist am Ende der Serie entstanden. Das Bild eines Clowns, der seine Traurigkeit mit Komik überdecken möchte. Der Mund – vollgestopft mit dunklen Trauben. Eine Qual.